Liebe Sportfreunde!

Wie schreibt man einen Jahresbericht, den man eigentlich gar nicht schreiben will? Zu sehr bin ich betroffen über den Tod von Roland Pietsch. Ich habe einen Freund verloren.
Von Anfang an haben wir zusammen die LG Neiße gelebt, unsere Freundschaft wuchs noch fester zusammen. Wir haben die Höhen und Tiefen der Leichtathletik, sei es als Trainer oder als Aktiver, erfahren. Uns war kein Weg zu weit, um unsere Träume zu verwirklichen. Diesen Verlust kann keiner ersetzen.
Den Ostritzer Sportverein trifft es besonders hart. Roland hat den Verein aufgebaut und zu einer Gemeinschaft geformt, die überall Anerkennung fand. Nun drücke ich den Ostritzer Sportlern die Daumen, dass sie nicht aufgeben und diese gute Sache weiterleben lassen. Wir leben weiter und sollten es auch im Sinne von Roland tun. Auch darum schreibe ich diese Zeilen.

Weil es auch tolle Momente in diesem Jahr gab. Es war für mich sehr schön und bewegend. So wurde Torsten Hentschel ein zweites Mal zum Sportler des Jahres und Ulrike Hiltscher mit Platz 2 zum x-ten Mal unter die ersten Drei gekürt. Die große Überraschung war jedoch die Mannschaft der Frauen mit Conny Rückert, Antje Cervinka, Claudia Burgold, Elisa Renner, Cathleen Rüger und Anne Offermanns. Sie gingen als Gewinner hervor, vor der Eishockeymannschaft aus Jonsdorf, den Gewichthebern aus Eibau und den Fußballerinnen aus Spitzkunnersdorf, die zuvor ebenso Sieger waren.
Besonders stolz bin ich darauf, dass meine Tochter Elisa dabei war. Somit waren alle meine Kinder bei einer Sportlerumfrage auf dem Treppchen - Sebastian 1996 auf Platz 3 und Philipp mit den Lok-Fußballern 1999 auf Platz 1. Da auch ich schon vorn platziert war, ergibt das doch ein prima Familienbild. Nun fehlt nur noch Claudia - sie verdient den Familienpreis. Als gute Seele für uns alle hält sie uns zusammen und unterstützt uns in jeder Hinsicht, auch wenn es nicht immer einfach war und ist.

Die Erfolgsbilanz des Vereins setzte sich auch 2010 fort, einige Jubiläen bei Landesmeisterschaften der vergangenen 20 Jahre waren zu verzeichnen. Der Verein erreichte die 1000. Medaille, ich schaffte die 200., im Weitsprung wurde die 100 überschritten. Außerdem konnten wir dieses Jahr erstmals über einhundert Medaillen (103) auf Landesebene gewinnen. Also, was wollen wir mehr?
Auch der Seniorenanteil hat enorm zugenommen, da weitere Sportler den Weg zum Wettkampfsport zurückgefunden haben. Das ist sehr erfreulich und ein gutes Zeichen im Hinblick auf die Europameisterschaften der Senioren 2012 in unserem Dreiländereck. Schließlich sollte es das Ziel eines jeden Sportlers sein, daran teilzunehmen.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Zwar sorgte das Hochwasser am 9. August für einen schweren Rückschlag. Unglaublich, der gesamte Weinaupark war komplett vom Wasser der Neiße überspült. Fassungslos mussten wir zusehen wie die Flut alles gefangen nahm und zerstörte. Für die EM 2012 können wir aber zuversichtlich sein. Die Vorbereitungen gehen weiter. Fieberhaft wird geplant, koordiniert und gekämpft, dass unsere Sportler und Gäste im Sommer 2012 zehn großartige Wettkampftage erleben können.

Wir, als Sportler, sind ebenfalls auf einem guten Weg. Die Zahl der Seniorensporttreibenden hat zugenommen, in der Hoffnung, dass noch mehr sich aktiv an Wettkämpfen beteiligen. Allen voran natürlich unser Aushängeschild Ulrike Hiltscher: Dieses Jahr wurde sie in Ungarn Vizeeuropameisterin im Siebenkampf und Deutsche Meisterin im Fünfkampf. Bedenkt man, dass sie 2012 in der neuen Altersklasse W60 starten wird, können wir gewiss einiges erwarten.
Aber auch für alle anderen sollte der Weg offen sein - die Teilnahme bei einer EM kann ein Höhepunkt für jeden werden. Es muss nicht gleich ein Platz ganz vorn sein. Ich glaube, ein Start mit Sportlern aus ganz Europa ist Erfüllung genug. Und wer weiß: Vielleicht wächst ja der ein oder andere über sich hinaus.
Immerhin haben 15 Senioren, soviel wie noch nie, bei Landesmeisterschaften teilgenommen und Medaillen gewonnen. Und wir brachten auch den Löwenanteil von 91 Medaillen mit Heim. Die Wettkämpfe sind geprägt von Lebensfreude und Erlebnissen, die jedem Sportler Kraft im Alltag geben. Ob die Übernachtung im Schloss Colditz oder in der Turnhalle in Niesky, überall schaffen wir Gemeinsamkeiten. Besonders effektiv sind dabei die Mannschaftsmeisterschaften, Mehrkampfmannschaften und Staffeln, die zusammenschmieden und Mut zum Weitermachen spenden. Fortwährend erlebnisreich gestaltete sich zum Beispiel die Vorrunde zur DAMM in Neukieritzsch, wo sich letztlich 3 Mannschaften der LG Neiße für die Endrunde in Bad Oeynhausen qualifizierten. Leider konnte die W50 ihr Startrecht durch personelle Probleme nicht wahrnehmen. Die W30 und M30, in denen wir erstmals mit 7 Sportlern vertreten waren, erkämpfte jeweils einen herausragenden dritten Platz. Dieser spornt uns zum Weitermachen an.

Euer Mario Renner


» Erfolgsbilanz 2010 (pdf, 41kB)
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